Allgemeiner Thread zum Thema E3D-V5V6 /JHead - HotEnd (& -Clones) und Verstopfungen ("Clogging")

  • Hi Leute !

    Nachdem ich von verschiedener Seite immer wieder Berichte von verstopfenden E3D-HotEnds, insbesondere in Verbindung mit Bowden-Systemen gelesen habe und diese auch oft genug selbst erlebt habe, möchte ich hier einmal meine persönliche Anti-Verstopfungs-Checkliste posten.

    Wichtigster Punkt : WAS verstopft ? Heatbreak, oder Düsenspitze?

    mögliche Ursachen einer verstopften Heatbreak :
    - All-Metal-HotEnd in Verbindung von Druck-Temperaturen deutlich unter 230° : All-Metal-HotEnds sind vornehmlich zur Verwendung von heißeren Drucktemperaturen gedacht. Der Nachteil der (meist Titan)-Metal-Heatbreaks ist der höhere Reibungskoeffizient verglichen mit PTFE. Je nach PLA kann das Drucken mit All-Metal-HotEnd klappen - muss aber nicht. Lösung : 1 HotEnd für Temp. < 240 und 1es für Temp. > 240°
    - Bei Heatbreaks mit PTFE-Inliner : Der PTFE-Inliner selbst ist nicht perfekt passend geschnitten -> weiches PLA "hängt an winzigen Spalten in der Heatbreak fest" . Lösung : Peinlichst genaues Ersetzen des PTFE-Inliners.

    Zu hohe Retraction Längen : Wer glaubt, dass Retraction-Längen von >4mm Sinn ergeben - hat meiner Meinung nach noch nicht 100%ig verstanden worum es hierbei geht und arbeitet kontraproduktiv. Was ich versuchen werde logisch darzustellen :
    Retraction soll das Filament nur so weit zurück ziehen beim traveln, dass der Druck auf das bereits geschmolzene Filament in der Düse genommen wird. Filament, das bereits geschmolzen ist, kann auch Retraction nicht wieder aus der Düse ziehen. Wer versucht Stringing durch immer höhere Retraction-Weiten zu beheben, erkennt nicht, dass Stringing durch das bereits geschmolzene Filament in der Düse entsteht, was auch ohne Druck des nachgeführten Filaments (dann natürlich aber langsamer) auch weiterhin aus der Düse nach-oozed. Stringing wird also durch gerade so ausreichende Retraction (je geringer die Weite der Retraction, desto schneller geht die Retraction, desto schneller kann er traveln, desto weniger Zeit bleibt für das Fila zum aus der Düse sabbern), höheren Travelspeed und vor allem(!!!) durch die korrekte, für das jeweilige Filament optimale, Temperatur angegangen.
    Zu hohe Retraction-Weiten führen nur zu weichem angeschmolzenen Filament, das in die Heatbreak gezogen wird, diese verstopft.

    mögliche Ursache einer verstopfenden Düse :
    - nicht abrasives Filament/kein Spezialfilament : Wenn bei "normalem" Filament ohne Zusätze wie Holz etc. (gutes maßhaltiges Filament vorrausgesetzt) die Düse verstopft, liegt dies an falscher Drucktemperatur oder zu starker/auf die Düse pustendem Bauteilkühler.

    - abrasives Filament/Spezialfilamen : Bei Spezialfilamenten, wie zB manche Holz-PLAs, Nylon und anderem, muss man a) für einen gewissen Materialfluss sorgen - zu langsames Drucken=>zu langsamer Materialfluss => in der Düse verbrennende/verglimmende Zusätze => Verstopfungen
    und b) eine geeignete Düse verwenden, zB spezial-beschichtete oder Stahl-Düsen. Ich bevorzuge beschichtete, da Stahl-Düsen eine weitaus schlechtere Wärmeleitung haben als Messing.

    Wer folgendes beachtet, bekommt auch mit einem E3D-V5/6/J-Head - Klon mit einem Bowden-System keine Probleme :
    - HotEnd selbst neu zusammensetzen. Nicht auf die Qualität der Montage bei Lieferung vertrauen, wenn es kein originaler E3D ist.
    - sich vorher überlegen welches Material man drucken will - und eine passende HeatBreak wählen - oder ein austauschbares HotEnd planen.
    - guten PTFE-Tube nutzen, mit exakten 1,9mm Innendurchmesser. Verringert die nötige Retraction-Weite auch bei längerem Bowden-Schlauch und hat bessere Gleiteigenschaften als die "billigen" weißen PTFE-Tubes.
    - die E3D-Montageanleitung hier : https://wiki.e3d-online.com/E3D-v6_Assembly beachten!!!
    - Beachten, dass man einen starken Lüfter für das ColdEnd nutzt, dessen Luftstrom auch auf die unteren Rippen des E3D-Kühlkörpers läuft. Dieser Lüfter sollte nach E3D-Angaben dauerhaft(!) laufen. Wer sich hier aus Lärmschutzgründen einfach mal nen leiseren 40mm Lüfter verbaut hat, mit einem der vielen Designs auf Thingiverse, die nicht beachten wohin der Luftstrom genau geht und diesen einfach auf die Mitte des Kühlkörpers leiten - erster Fail.
    - Beim Bauteilkühler beachten, dass dessen FanDuct ("Düse") direkt unter die Düse pustet, dies aber so waagerecht wie möglich (komplett geht natürlich nicht). Es geht darum, unter die Düse zu kühlen, aber nicht die Düse selbst und auch so wenig wie möglich das Heizbett !!! (nach unten zeigende Lüfterdüsen sind kompletter Quatsch, die darf man dann quasi erst ab Layer 20 einschalten, damit sie nicht wiederum Heizbett-Schwankungen verursachen - Was ein minimal schwankendes Heizbett bereits verursacht, sieht man an den positiven Resultaten des Heizbett-PID-Tunings). Es ist außerdem wichtiger, dass diese Kühlung komplett von allen Richtungen her erfolgt, als eine extreme Intensität der Bauteilkühlung zu schaffen - bei einem 5015 Radiallüfter und gutem FanDuct kann in der Regel der Lüfter standardmäßig bei ~60-75% laufen - und man fährt ihn nur für Bridging auf 100%.

    Vielleicht hilft das ja jemandem :)
    Grüße, Olli

    Klickibunti ? Nein Danke. Ich versteh lieber, was ich tu...

  • Kann ich bestätigen, aber mit einem guten all metal Hotend, lässt sich auch PLA problemlos drucken.
    Bei mir war der Lüfter und die Luftstromführung (billig 3cm Lüfter und später, 4cm Lüfter in gedruckter Halterung) ein Problem. Seitdem ich das original aufklemm Teil von E3D nutze, sind die Probleme gegessen.

  • Hubert : Ob sich PLA mit Metal-Heatbreak ordentlich drucken lässt, kommt wirklich ganz auf das jeweilige PLA an. Hatte selber welches, mit dem es ohne Probleme klappte, aber auch schon welches, was in der Titan-HeatBreak sofort geclogged hat, in einem mit PTFE-Inliner aber null. Das kommt echt aufs Filament an...

    Klickibunti ? Nein Danke. Ich versteh lieber, was ich tu...

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  • So, hab jetzt mal probeweise das Hotend umgebaut. Jetzt muss ich erstmal wieder den offset vom Levelsensor zur Düsenspitze neu justieren :-( Ich nutzt z.zt. den BFPTouch.

    Da muss ich noch was dran ändern, wie Leveln, direkt über die Düsenspitze,
    Die Möglichkeiten wären da, Piezo oder Kraftsensor in der Halterung, so dass der Kontakt mit der Buildplate registriert wird, hab da mal im web geschaut, ist kompliziert und teuer.

    Meine Idee, in den Ecken oder komplett am Außenrand der Buildplate, dünnes leitendes Material anbringen und den elektrischen Kontakt der Düse dazu auswerten. Dazu muss die Düse aber sehr sauber sein, sonst leitet da nichts. Deshalb, werde ich automatische Düsenreinigung nutzen. Hier gibt es aber auch eine Frage. Klar, marlin bietet die automatische Reinigung. Welches Material nutze ich zur Reinigung? Eine Draht bzw, Messingbürste, wie es oft empfohlen wird, halte ich eher für suboptimal, das kann die Düse zerkratzen. Frage: ginge evtl. ein Silikonschwamm, wie er auch zum abstreifen/reinigen vom Lötkolben genutzt wird? Der muss aber feucht sein, kühlt dann die Düse bei Kontakt nicht so sehr ab, dass auch die Filamentablagerungen hart werden? Gibt es da irgendwelche anderen Materialempfehlungen?
    Nachtrag: Ich habe jetzt mal etwas Materialkunde um web betrieben, daher werde ich es mal mit Filz probieren. Filz ist im allgemeinen bis mindestens 320°C temeraturfest, darüber fängt es an zu verkohlen. Ein erster Test mit einem Filzgleiterfür Stühle, von Hand über die heiße und verschmutzte Düse geführt, zeigt eine gute Reinigung der Düsenspitze.

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  • Kann ich bestätigen, aber mit einem guten all metal Hotend, lässt sich auch PLA problemlos drucken.
    Bei mir war der Lüfter und die Luftstromführung (billig 3cm Lüfter und später, 4cm Lüfter in gedruckter Halterung) ein Problem. Seitdem ich das original aufklemm Teil von E3D nutze, sind die Probleme gegessen.

    Dito - PLA mit 190 bis 220 mit All-Metal und Bowden ohne Probleme.

    Die "Verstopfung" lag am Bauteilkühler, der zu sehr die Düse gekühlt hat. Nach Änderung des Kühlers + Socke über Block habe ich aktuell keine Verstopfungen mehr.
    Passierte aber meist erst bei einem längeren Druck, was jetzt kein Ding ist.

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