Gruß aus Berlin!

  • Hallo Allerseits,


    hier meldet sich ein frischgebackener CTC A8-W5 - Benutzer. Ich bin Jahrgang 1968, und das 3D-Drucken ist für mich vor Allem aus einem Grund interessant: ZURÜCK IN MEINE JUGEND!!

    Ich habe Mitte der Achtziger Jahre (und in der damaligen DDR) eine Ausbildung zum "CNC-Fräser/Einrichter" gemacht. Computer waren damals weit entfernte Wunschträume, unsere Maschinen hatten noch Lochband-Leser, arbeiteten aber schon mit dem G-Code(wahrscheinlich war es den DDR-Oberen doch zu stressig, auch noch einen "sozialistischen" CNC-Code entwerfen zu lassen). Deshalb war es es für mich eine echte Zeitreise, meinen Drucker per Start-G-Code erst einmal in allen Achsen herumfahren zu lassen8). Aber ein Blick in den Code für eines der mitgelieferten 3D-Modelle hat mir gezeigt: Sowas kann man nicht mit der Hand schreiben8|. Nachdem ich mich jetzt ein paar Wochen lang ein wenig "reingefuchst" habe, fiel mir auf, daß mein Drucker doch mit einigen Dingen, die Cura auflistet, überfordert ist.

    Deswegen gleich mal eine Frage: Kann ich den A8-W5 auf ein ARM-Board umrüsten? Gibt es passende Firmware? Hat jemand Erfahrungen damit?


    Aber erstmal:


    Viele Grüße aus Berlin-Pankow!


    lost

  • Moin erstmal,


    Grüße zurück nach Berlin !
    Meiner Meinung nach macht es eigentlich keinen Sinn ein gutes ARM-Board auf nen Holzkollegen loszulassen.
    Da reicht das mitgelieferte, mit ner ordentlichen neuen Firmware und paar nicht-elektronik-bezogene Druckerupgrades... Hat der wenigstens schon nen Bauteilkühler dabei? Oder standard MK8 Direktextruder ohne Bauteilkühler?

    Klickibunti ? Nein Danke. Ich versteh lieber, was ich tu...

  • Hi Oliver,

    ja, ein "Bauteil-Kühler" ist vorhanden. Ein Impeller, der mittels eines gebogenen (scheinbar schnell gedruckten) Stutzens die Luft knapp unter die Düse führt.

    Aber ich muss sagen, der "Holzkollege" liefert für meine (zugegebenermaßen unausgereifte) Ansicht ganz gute Arbeit. Ich hab mir mit Fusion 360 für die ziemlich wackelige Rahmenkonstruktion eine massive Versteifung konstruiert (gedruckt aus PLA, wird nochmal neu aus ABS gedruckt), womit das Ding jetzt steht "wie 'ne Eins". Ich hab' damit im Spiral mode mit 60mm/s ein verdrehtes Hexagon mit 0,4mm Wanddicke 200mm hoch sauber gedruckt, also ist die Steifigkeit wohl mehr als ausreichend. Wegen eingeschränkter Finanzen wollte ich, statt' nen Haufen Geld für "was Vernünftiges" hinzulegen, lieber einen Billigdrucker nach und nach "pimpen", also wären Umbau-Tipps willkommen...

  • Ja, es gibt einige ARM Cortex Boards, die mit Marlin v2.0 laufen. Je nach verbautem Controller, bringen sie schon mehr oder weniger Vorteile, hauptsächlich durch höhere Geschwindigkeit und auch Berechnungsgenauigkeit. In der Marlinv2.0 im Ordner .../config/examples, findest du einige Baords mit ARM Cortex.
    Da die V2 von Marlin aber noch recht neu ist, würde ich damit noch etwas warten.
    Wenn du mehr Performance möchtest, würde ich dir eine Raspberry Pi mit Octoprint und Klipper empfehlen. Dabei führt das Controllerboard nur noch low level efehle aus und die G-Code Interpretation plus Berechnungen, macht der schnelle Raspberry Pi. Hier findest du nochmal eine Kurzbeschreibung von Klipper.
    Dann gibt es noch so einige Ver(schlecht)besserungen... Aber wenn du drucken willst und keine Dauerbaustelle möchtest. empfehle ich dir wirklich nur die Verbesserungen, die du wirklich benötigst, welche das sind, ergibt sich dann aus deinen Drucken. never change a running system!
    Schau mal hier im Forum, welche Probleme nach Umbauten auftreten, ein gutes Beispiel ist der Umbau auf E3D V6, oder auf Bowden.

  • Hey lost,


    das Billigdrucker nach und nach pimpen ist genau der richtige Weg - dabei lernt man auch am meisten.
    Aber ein 32Bit-Board wird dennoch wenig Sinn machen denke ich. Ich liste dir aber mal alle Upgrades auf, die ich bei meinem CTC i3 proB gemacht hab. Der druckt jetzt auch ziemlich gut. Softwaremäßig wurde aber nur die Firmware getauscht - mechanische Sachen und so sind bei dem viel wichtiger, finde ich...

    1 : Umbau Direkt auf Bowden-Extruder mit E3D-Hotend
    2 : Isolieren von Hotend und Heizbett
    3 : Die gummi-schlauch-Verbindungen der Z-Stepper und deren Gewindestangen durch ordentliche Alukupplungen ersetzt. Oben laufen die Gewindestangen frei - die Justage der Alu-Kupplungen sollte so gut sein, dass wenn die Gewindespindeln halbwegs gerade sind, man sie, wenn sie sich bewegt, die Führung oben nicht berührt.

    4 : Bauteilkühler mit 5015 Fan und entsprechender Düse ersetzt.
    5 : "Untersetzer" für die Z-Steppermotoren, so dass der Drucker allgemein ein wenig stabiler steht.
    6: ersetzen der Federn am Heizbett durch Silikondämpfer (hilft enorm, das einmal sauber eingestellte leveling auch sauber zu halten - die federn verrutschen leicht mal um ihre eigene Z-Achse .. und schon ist das vorher sauber gelevelte Bett wieder neu zu leveln) - so muss ich nun noch alle paar Wochen mal nachleveln - sogar trotz standard Holz-Heizbetthalterung
    Justage :
    aktuelle Marlin-1.1.x-Bugfix-Version für den i3ProB konfiguriert flashen
    Extruder-Steps kalibrieren
    HotEnd-Autotune für stabile HotEnd-Temperatur
    Heizbett-Autotune für stabile Heizbett-Temp
    gut leveln



    und ganz nett ist dabei auch : keines der Upgrades ist wirklich teuer. Ein E3D-Hotend kriegt man auch schon ab 15 Euro - reicht vollkomen, wenn man es vor dem Montieren einmal selbst auseinandernimmt und sauber nach der Anleitung von E3D wieder zusammensetzt. Die anderen benötigten Teile können entweder gedruckt werden, oder sind (wie die Alu-Gewindespindel-Kupplungen) Centartikel..

    Klickibunti ? Nein Danke. Ich versteh lieber, was ich tu...

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  • Oliver

    ja, aber es treten oft Pribleme auf.

    zu 1: nach dem Umbau auf E3D v6, gibt es oft Probleme mit verstopfungen.

    Bowden ist auch nicht zwingend nötig, ich würde eher auf einen besseren direct Extruder umbauen, vor allem wenn du planst, auch flexibles Material zu drucken.

    zu 2: isolieren, bringt Vorteile

    zu 3: viele der Alukupplungen, federn mehr oder weniger nach, da sind die Schlauchkupplungen im Vorteil, ich würde da eher starre gedruckte Verbindungen empfehlen und die Gewindestangen richten.

    zu 4: Bauteilkühler... Jein, ich drucke PETG ohne und PLA mit ganz wenig. Wichtig ist, dass die Düse das Bauteil kühlt und nicht den Heizblock.

    zu 5: sehr empfehlenswert... zusätzlich noch den ganzen Drucker auf einer atabilen Holzpalatte befestigen.

    zu 6: hab ich auch, man muss aber aufpassen, wenn man sie zu fest zieht, verzieht sich das Heizbett.

    The post was edited 1 time, last by Hubert ().

  • Hubert : Zum Thema Verstopfungen : Deshalb nach E3D-Anleitung zusammenbauen und sich VORHER überlegen in welchem Temperaturbereich man vornehmlich arbeiten will, oder das Hotend wechselbar gestalten - unter 240° besser eine Variante mit PTFE Inliner verwenden, darüber besser ne All-Metal-Heatbreak.
    Dann beachten, dass zu weiter Retract nichts bringt, sondern nur die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass man die HeatBreak clogged - und besser einen guten Bowden-PTFE verwenden - das macht diesbezüglich ne Menge aus.
    Das man für flexibles Fila nen Direkt-Extruder nehmen sollte ist ein hartnäckiges Gerücht. Viel entscheidender ist der verwendete Extruder und die Qualtität des Tubes. Ich drucke Hard Flex erfolgreich mit nem Trianglelab Dual Drive BMG Clone, dem 1,9mm quality-PTFE-tube bei einer Tube-Länge von fast einem ganzen Meter (Drucker im Schrank, Elektronik und Extruder außen verbaut).
    Zum Thema Kupplungen : Die beste Variante sind und bleiben die Alukupplungen auf einer Seite und freilaufend auf der anderen. An der Intensität der Querbewegung erkennt man sofort ob a) die Spindeln sauber justiert und montiert sind und b) ob sie gerade sind oder eine Unwucht haben. Die Alukupplungen muss man aber auch korrekt montieren, sonst sind sie zu flexibel.
    Dazu gibt es bereits unzählige Tests und Auswertungen. Die Schlauchkupplungen sind deutlich zu steif und verursachen Verspannungen und im schlimmsten Fall fehlende Steps. Starre Verbindungen sind komplett kontraproduktiv.
    Wen man die typischen original CTC-Spindeln hat, die einen dünnere Montagehals haben (5mm) - also alle mit Schlauchverbindern - sollten diese einfach gegen 5 zu 8mm Alukupplungen ersetzen und die Spindel umdrehen - so dass der dünnere Hals nach oben zeigt.
    Diese Alukupplungen sauber nach Anleitungsvideo verbauen, die Z-Achsen sauber nivellieren, Z-Geschwindikeiten und Beschleunigungen korrekt einstellen -> Mechanik durch komplettes Abfahren der gesamten Z-Achse testen => Heizbett kalibrieren => Testdruck => kein Wobble

    Klickibunti ? Nein Danke. Ich versteh lieber, was ich tu...

  • Ich benutze 5mm -> 8mm Alukupplungen.
    Direkt nach dem Einbau, haben die stark nachgefedert. Als Abhilfe, habe ich die Spiral Schlitze Silikon, zur Dämpfung gespritzt. Optimal wären imo Klauenkupplungen.
    Die (krummen) original Gewindestangen, habe ich gerichtet.
    Mittlerweile benutze ich Full metal von MaPa problemlos, mit PLA, ABS und PTFE. Die billigen aus der E Bucht, waren Müll.
    Im allgemeinen kann man sagen, dass es sich schon lohnt etwas mehr für Qualität auszugeben, als doppelt zu kaufen, das gilt für alle Druckerteile.

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